Steuerfreie Prämie für Arbeitnehmer

| 20.10.2022 |

Der Arbeitgeber kann unter bestimmten Voraussetzungen eine Teuerungsprämie von bis zu EUR 3.000,- im Jahr 2022 und 2023 abgabenfrei an Arbeitnehmer gewähren.


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Folgende Voraussetzungen sind zu erfüllen:

  • Bis zu EUR 2.000,- können auf Basis einer innerbetrieblichen Vereinbarung zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer oder einer autonomen Festsetzung durch den Arbeitgeber und des zumindest stillschweigenden Einverständnisses des Arbeitnehmers gewährt werden. Eine schriftliche Vereinbarung ist demzufolge nicht verpflichtend vorgesehen. Insbesondere dann nicht, wenn allen Arbeitnehmern eine Teuerungsprämie gewährt wird. Wird allerdings die Teuerungsprämie nur Gruppen von Arbeitnehmern gewährt und die Gruppen nach sozialen Merkmalen gebildet, ist eine schriftliche Vereinbarung zu empfehlen, um nachträgliche Diskussionen betreffend die objektiv nachvollziehbare Gruppenbildung hintanzuhalten.
  • In jedem Fall muss die Prämie am Lohnzettel oder Lohnkonto ersichtlich gemacht werden. Ein Nachweis für die Teuerung ist jedoch nicht erforderlich.
  • Die steuerfreie Auszahlung kann an einzelne Mitarbeiter, Mitarbeitergruppen oder an alle Mitarbeiter erfolgen.
  • Die einmalige Auszahlung ist ebenso möglich wie eine Auszahlung in Teilbeträgen oder eine monatliche Auszahlung gemeinsam mit den laufenden Bezügen. Auch eine Auszahlung in Form von Gutscheinen ist möglich.
  • Das Beschäftigungsausmaß hat dabei keine Auswirkung auf die maximale Höhe der Teuerungsprämie.
  • Es muss sich um zusätzliche Zahlungen handeln, die üblicherweise bisher nicht gewährt wurden. Zu beachten ist, dass bei gleichzeitiger Auszahlung einer Gewinnbeteiligung gemäß § 3 Abs. 1 Z 35 EStG und einer Teuerungsprämie in den Jahren 2022 und 2023, diese nur insoweit steuerfrei sind, als sie insgesamt den Betrag von EUR 3.000,- pro Jahr nicht übersteigen. Eine steuerfrei gewährte Gewinnbeteiligung kann im Kalenderjahr 2022 rückwirkend als Teuerungsprämie behandelt werden.
  • Für die zusätzlichen EUR 1.000,- ist eine lohngestaltende Vorschrift gemäß § 68 Abs. 5 Z 1 bis 7 EStG (z.B. Kollektivvertrag, Betriebsvereinbarung) notwendig. Diese kann für alle oder bestimmte Gruppen von Arbeitnehmern gelten. Welches Gruppenkriterium zulässig ist, wird in der Fachinformation des BMF – Fachsenat für Steuerrecht erläutert.

Antworten auf weitere Fragen wie:

  • Können steuerfreie Teuerungsprämien auch an karenzierte Dienstnehmer bzw. Dienstnehmer ohne Entgeltanspruch gewährt werden (langer Krankenstand, Mutterschutz)?
  • Kann eine bereits im Frühjahr 2022 zur Abfederung der Teuerungen vereinbarte freiwillige Lohn- oder Gehaltserhöhung rückwirkend als abgabenfreier Betrag umgewidmet werden?
  • Wie wird der bei einer rückwirkenden Umwandlung von einer Gewinnbeteiligung in eine Teuerungsprämie EUR 3.000,- übersteigende Betrag behandelt?

finden Sie ebenfalls in der Fachinformation des BMF – Fachsenat für Steuerrecht.

Bei etwaigen Fragen dazu stehen wir Ihnen natürlich gerne zur Verfügung.


Quellen/Textpassagen zitiert aus: