Home Office | Alle Informationen zu den neuen Regelungen


Im folgenden Blogartikel behandeln wir intensiv das Thema Home Office, die damit verbundenen gesetzlichen Regelungen sowie die Informationen zu Kostenersatz etc. Die Bundesregierung sowie die Sozialpartner haben an neuen gesetzlichen Grundlagen für die Tätigkeit im Home Office gearbeitet:

  • Beschluss für steuerrechtliche Regelungen erfolgte am 24.02.2021 (rückwirkende Anwendung auf Home Office Vereinbarungen ab 01.01.2021 möglich, teilweise auch auf das Kalenderjahr 2020)
  • Beschluss für arbeitsrechtliche Regelungen erfolgte am 25.03.2021 und ist seit 01.04.2021 in Kraft

Wichtige Eckpunkte zur Arbeit im Home Office

Was ist Home Office?

  • Regelmäßige Arbeitsleistung in der Wohnung

Wo darf Home Office ausgeübt werden?

  • Eigener Haupt- und Nebenwohnsitz
  • Wohnung des Lebenspartners oder nahen Angehörigen
  • Ausgenommen sind Co-Working-Büros, öffentliche Plätze, Gastronomiebetriebe etc.

Welche Rahmenbedingungen sind notwendig?

  • Eine schriftliche Vereinbarung zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer für die Tätigkeit im Home Office ist Bedingung. Es gibt jedoch keinen gesetzlich vorgeschrieben Mindestinhalt einer solchen schriftlichen Vereinbarung.
  • Eine Betriebsvereinbarung legt lediglich Rahmenbedingungen fest, ersetzt aber nicht die oben angeführt schriftliche Einzelvereinbarung.
  • Ein Home Office Tag ist nur dann als solcher gültig, wenn der gesamte Arbeitstag im Home Office verbracht wurde. Wenn bspw. ein Teil des Tages im Home Office und der Rest im Betrieb verbracht wird, gilt dies nicht als Home Office Tag.

Wissenswertes zur Bereitstellung von Arbeitsmitteln

  • Die erforderlichen digitalen Arbeitsmittel (Laptop etc.) müssen vom Arbeitgeber zur Verfügung gestellt werden.
  • Durch eine Vereinbarung kann festgelegt werden, dass keine Bereitstellungspflicht vorliegt, der Arbeitnehmer in diesem Fall jedoch Anspruch auf Ersatz der „angemessenen und erforderlichen Kosten“ hat. Eine genaue Definition bzw. ein Richtwert ist den gesetzlichen Bestimmungen nicht zu entnehmen.

Aufzeichnungspflicht für den Arbeitgeber

  • Der Arbeitgeber muss die Anzahl der Home Office Tage im Lohnkonto protokollieren

Home Office Pauschale, Pendlerpauschale, Absetzbetrag & Co.

  • Wie wirkt sich die Home Office Pauschale auf das Pendlerpauschale aus?
    • Home Office Tage sind keine Pendlertage
    • Mehr als 10 Pendlertage pro Monat = Anspruch auf 100% des Pendlerpauschales
    • Mehr als 8, aber nicht mehr als 10 Pendlertage pro Monat = Anspruch auf zwei Drittel des Pendlerpauschales
    • Mehr als 4, aber nicht mehr als 8 Pendlertage pro Monat = Anspruch auf ein Drittel des Pendlerpauschales
    • Die gleichen Regelungen gelten auch für den Pendlereuro
  • Gesetzlich vorgesehener lohnsteuer- und sozialversicherungsfreie Betrag:
    • Max. 3 Euro pro Tag im Home Office (an max. 100 Tagen pro Kalenderjahr) = max. EUR 300,00 pro Jahr

Absetzbare Werbungskosten für ArbeitnehmerInnen

  • Bei über EUR 300,00 ausbezahltem Home Office Pauschale pro Jahr (siehe obige Auflistung), kann die Differenz als Werbungskosten in der Arbeitsnehmerveranlagung erfasst werden.
  • Falls die Home Office Pauschale nicht ausgeschöpft wird, können bis zu max. EUR 300,00 als Werbungskosten geltend gemacht werden.
  • Kauf von ergonomischem Mobiliar kann bis zu einem Betrag von EUR 300,00 geltend gemacht werden.