Hausaufgaben für UnternehmerInnen in Krisenzeiten

Wenn uns die laufende Krise in den letzten Monaten eines gezeigt hat, dann auf jeden Fall wie flexibel Unternehmer mit Krisen umgehen und wie kreativ jede/r einzelne ist.

Jede/r Einzelne bewies mehr als einmal, warum er/sie UnternehmerIn geworden ist und was das Unternehmertum so einzigartig macht.

Vor einem Jahr hat noch niemand geglaubt, dass wir ein Jahr später noch immer bzw. schon wieder in einem Lockdown stecken könnten oder gerade wieder einen hinter uns haben. Oder dass irgendwer auf die Idee kommen könnte, gesamte Branchen zu schließen und das mehrmals hintereinander. Wenn man diese Frage irgendjemandem vor einem Jahr gestellt hätte, hätte man nur ein Kopfschütteln bekommen. Auch heute, wenn man darüber spricht, erntet man Kopfschütteln. Aber das soll nicht das Thema sein.


Die „Packen-wir's-an“-Mentalität von UnternehmerInnen

UnternehmerInnen sind faszinierende Menschen und werden in der breiten Öffentlichkeit kaum als solche gesehen. Die großen Player der Wirtschaft, die jedoch nur einen ganz minimalen Prozentsatz ausmachen, finden eine große Medienpräsenz.

Die vielen kleinen UnternehmerInnen, die unser aller Leben so bunt und lebenswert machen, finden selten die Möglichkeit sich auszudrücken. Gerade in meinem Beruf begegnen mir die unterschiedlichsten Menschen, Branchen, Geschichten, Schicksale, Erlebnisse. Das Schönste in dieser Zeit war und ist, dass ich so viele begleiten darf.

Und genau deswegen möchte ich heute – mitten in der ganzen „Auf-Zu-Auf-Zu-Auf-Zu-halb Zu oder doch ganz Zu Sache“ – auf die vielen kleinen wundersamen Veränderungen, den Ideenreichtum, die Lebendigkeit, die Flexibilität (die im Kleinen ja oft viel einfacher ist als im Großen), die Freude an der eigenen Tätigkeit, die „Packen-wir's-an“-Mentalität von Unternehmer*innen vor den Vorhang holen.

Es gab so viele Momente in den vergangenen Monaten, in welchen ich selbst mir hin und wieder dachte: Wie soll das alles weitergehen?

Dann sprach ich mit einem Unternehmer/einer Unternehmerin und auf einmal dachte ich mir: „Wow!!!! Wie genial ist das denn? Was sich da tut! Sensationelle Sache! Tolle Idee!“ oder

„Sie/Er ist so positiv! Ist das schön zu hören/zu sehen, dass es ihm/ihr gut geht! Wir haben‘s geschafft!“

Hier nur einige Beispiele, die inspirierend waren:

  • OnlineShops, Lieferservices, Abholservices – super geplant inkl. der Einhaltung aller Verordnungen
  • Weihnachts- und Silverstermenüs, die vorgekocht worden
  • Verkauf über soziale Medien, über Plattformen wie Whatsapp/Telegram/Signal
  • Gedanken, die sich Dienstleister machen:
    • „Ich könnte ja in der Zwischenzeit meinen Shop/meine Praxis/meine Website überarbeiten?
    • „Ich könnte eine zusätzliche Ausbildung machen – die mich immer schon interessiert hat, für die ich mir aber sonst nicht die Auszeit genommen hätte oder das Geld nicht investiert hätte“
    • „Ich hab mir neue Produkte überlegt, die ich auch mit geschlossenem Geschäft anbieten kann“

Wichtig war und ist, sich diese Flexibilität im Kopf zu erhalten und die „Lock-down“-Zeiten dazu zu nützen, nicht sich selbst in einen „Lock-down“ zu schicken, sondern in Bewegung zu kommen.

Ideen zu generieren und einfach zu probieren. Selbst wenn der erste Versuch nicht funktioniert – der zweite optimiertere, dritte oder vierte funktioniert sicher.


Unternehmer sind aus einem ganz anderen Stoff gemacht, als viele glauben. Das berühmte „Raunzen“ der Österreicher ist zwar definitiv vorhanden, wenn allerdings gesehen wird, dass das nichts bringt, steht der Unternehmer auf, und tut. Und das ist auch die ureigenste Aufgabe eines Unternehmers:

Erfolg hat drei Buchstaben „TUN“


Es hat sich eine neue Kultur entwickelt. Der Griff zum Telefon – um nachzufragen, ob man etwas kaufen könnte – ist normal geworden. Die Menschen fangen an sich so zu vernetzen. Ein neues Miteinander ist auch zwischen Konsumenten und Unternehmer spürbar geworden. Konsumenten denken anders darüber nach, bei wem sie was erwerben und was für sie einen Wert bekommen hat.

Und auch wenn Amazon nach wie vor und auf lange Zeit Rekordumsätze erwirtschaften wird, der kleine Unternehmer ums Eck – wenn er sich denn flexibel auf die Veränderungen eingestellt hat und seine Hausaufgaben gemacht hat – bekommt Zulauf aus der Region.

UnternehmerInnen, die sich nicht verkriechen, die ihre Hausaufgaben machen und sich den Herausforderungen stellen oder sich trauen in länger als 12 Monaten zu träumen und dann umzusetzen, werden auch diese Krise – egal wie lange es noch dauert – überstehen und danach gestärkt daraus hervorgehen.