Anlässlich der aktuellen Entwicklungen

| 16.03.2022 |

Gedanken, Betrachtungsweisen, Denkansätze...

Wie Sie es bereits seit zwei Jahren von mir gewöhnt sind, versuche ich, Sie in aktuellen Krisen bestmöglich zu unterstützen – sei es durch die qualitativ hochwertige und verlässliche Betreuung, quer durch einen fast unüberblickbaren Förderdschungel in den letzten zwei Jahren, durch Gespräche sowie durch Newsletter und Blogartikel, in denen ich versucht habe, aktuelle Themen zeitnah mit Ihnen zu teilen.

Viele erinnern sich möglicherweise auch an meinen Blogartikel zum Anlass des Jahreswechsels. Dieser ist heute aktueller denn je und nach den Ereignissen der letzten zwei Wochen, möchte ich versuchen, an diesen anzuschließen.


Die Fragestellung vor Weihnachten war eine ganz klare – die Frage war nicht ob ein Abschwung kommen wird, sondern nur wann und in welcher Form.

Seit 2 Wochen ist der Weg ein ziemlich eindeutiger. Die große Fragestellung aus heutiger Sicht kann daher nur lauten – wie massiv werden die Auswirkungen treffen und wie lange dauert die Krise.

Ein Fakt dabei wird jedoch sein, umfangreiche Hilfsmaßnahmen sind hinsichtlich der sichtbar werdenden wirtschaftlichen Thematiken nicht zu erwarten. Sind auch – in Hinblick auf leere Töpfe und eines nicht vorhandenen Zinsniveaus – nicht möglich.

Irgendwie kommt es einem momentan so vor als ob man in einer endlosen Dauerschleife der Katastrophen sich bewegen würde. Kaum hat man sich von einer halbwegs erholt, kommt die nächste daher. Die Grundsatz-Themen, die Bewegung dahinter, die Emotionen sind immer dieselben, wenn auch aus anderen Richtungen und mit anderen Vorzeichen.

Altbewährte Instrumente und Werkzeuge mit denen man in den letzten 70 Jahren gut gearbeitet hatte, welche gute Dienste geleistete haben, sind zwar überall vorhanden und werden eingesetzt nur fehlt ihnen ihre Wirkung für die Zukunft.


Planung – wie ich noch vor gar nicht langer Zeit hier geschrieben habe – eines der Hauptinstrumente eines funktionierenden, florierenden Unternehmens – ist kaum mehr möglich; und wenn dann nur auf sehr kurzfristige Zeithorizonte von maximal 3 Monate, alles danach ist schon eher ein Wunschtraum und kein planbarer Horizont mehr.

Kreditgewährungen/-aufnahmen bei Banken, die Anlagesicherheit eines Sparbuchs, Investmentsfonds, Immobilien, Gold, Silber, Platin, Metalle, Rohstoffe um nur ein paar Unsicherheitsfaktoren aufzuzählen. Die Werte sind in horrende Höhen geschnellt – eine kurze eigene Recherche letzte Woche hat ergeben, dass sämtliche Werte – in die man sich in Krisenzeiten üblicherweise flüchtet – eine Entwicklung vollzogen haben, welche einfach unfassbar ist. Die Werte im Bereich der Edelmetalle haben sich verdoppelt – und sie waren vor 2 Jahren bereits auf einem Alltime-high. Über die Werte der Rohstoffe muss ich, glaub ich, gar nicht mehr sprechen.

Diese Spirale, die begonnen hat, unaufhaltsam zu laufen, wird meiner Einschätzung nach noch einiges mit sich bringen. Mit dem Anstieg der Preise aller Rohstoffe für alle – gleichgültig ob Industrie, Dienstleister, Privater – wurde ein Mechanismus in Gang gesetzt, der ausschließlich in einer Geldentwertung im Endeffekt resultieren kann.

Durch erhöhte – massiv erhöhte – Lebenshaltungskosten wird volkswirtschaftlich ein geringerer Konsum erzeugt; geringerer Konsum – schlicht und ergreifend, weil man es sich nicht mehr leisten kann und die Konsumgüter damit ihren Wert verlieren und ihre Daseinsberechtigung – erzeugt bei den betroffenen Unternehmen, natürlich die Schließung der Geschäfte. Dieses Schließen wird in weiterer Folge zu einem Anstieg der Arbeitslosen führen – da man die Mitarbeiter nicht mehr braucht. Die Arbeitslosigkeit in allen Bereichen mit Bezug auf gestiegene Lebenshaltungskosten, führt zu einer Fortsetzung der Spirale. Geringere Konsumausgaben reduzieren die Nachfrage in der Produktion, verringertes Produktionsvolumen führt zu einer Stilllegung der diversen Fertigungsstraßen und ebenfalls zu einer Freisetzung von Arbeitskräften.

Und das ist nur die eine Seite der Medaille.


Die andere Seite sind gedrosselte Produktionskapazitäten in Folge von nicht verfügbaren Rohstoffen – zum Antrieb der Produktionsstraßen. Nachfragen, die jetzt vorhanden sind, können damit nicht oder erst sehr spät befriedigt werden – wenn diese jedoch befriedigt werden, wird das Produkt dann nicht mehr den Wert haben oder derjenige wird es sich nicht mehr leisten können oder einfach nicht mehr brauchen.

Das Endergebnis ist die Talsohle des Konjunkturzyklus und nennt sich Rezession. Der Staat als üblicherweise natürlicher Verbündeter kann allerdings nicht mehr eingreifen um diese Entwicklung aufzuhalten, da dazu massive wirtschaftliche Interventionen erforderlich wären – die man eventuell noch hätte – wenn da nicht die letzten Jahre gewesen wären.

Die Frage ist also nicht mehr was passieren wird – der Weg ist vorgezeichnet, die Frage ist nur noch, wie schlimm es tatsächlich werden wird.

In der Geschichte der Welt, sind diese Entwicklungen nichts Neues und schon etliche Male vorgekommen – gleichgültig welche Hochkultur in den letzten 5000 Jahren und deren Geschichte betrachtet wird, sei es in Bezug auf Kulturgüter, entwickelte Gesellschaft, kriegerisches Treiben oder auch wirtschaftliche Entwicklung – die Funktionsweise der Wirtschaft ist und war immer dieselbe. Außer wenn sie von außen – also durch staatliche Interventionen – in eine Richtung getriggert wird, die dazu führt, dass sie anders läuft (Stichwort Planwirtschaft).


Was jedoch in der gesamten Menschheitsgeschichte immer gleich war, ist die Kreativität und der Überlebenskampf des Menschen und des Einzelnen.

Der Einzelne war schon immer schlauer, wenn es um sein Überleben gegangen ist, als die Masse – ein paar Beispiele: Galileo Galilei „und sie bewegt sich doch“; Archimedes „Heureka – ich habe es gefunden“; Albert Einstein mit seiner Relativitätstheorie, Pytagoras a²+b²=c²; Konfuzius, Dalai Lama, Leonardo daVinci, Martin Luther, Isaac Newton, Homer, Aristoteles, Katharina die Große, Charles Darwin, Voltaire, Alexander der Große, Cesar, alle möglichen Pharonen, alle möglichen römischen Herrscher, Lorenzo de Medici,Demokrit, Kleopatra, Johannes Kepler, Christoph Columbus, Carl Benz, Henry Ford – die Liste ist ewig lang und lässt sich noch länger fortsetzen.

Warum ich auf dieses Thema zu sprechen komme? Seit jeher fasziniert mich die Menschheitsgeschichte in all ihren Facetten. Die Gesellschaften dahinter. Die Entwicklungen. Das Mindset der verschiedenen Epochen. Die dunklen Zeiten in der Geschichte als auch die hellen und strahlenden.

Eines hatten alle Epochen, die wir heute überlieferter Weise so kennen, gemeinsam: Jede entwickelte Hochkultur musste irgendwann einmal weichen und mit ihr, das gesamte Wissen, das sie sich in langen Prozessen erarbeitet hatte. Ich erinnere mich da an das alte Ägypten – eine Hochkultur über Tausende von Jahren – was wir heute 2000 Jahre später davon noch kennen, sind die Pyramiden und die Tempel. Mehr wissen wir nicht.

Die Maya, das Volk der Inka, das römische Reich mit all Ihren Herrschern, Österreich ab der Monarchie und viele mehr.

Was alle gemeinsam haben, so wie sie einmal waren, was einmal in diesen Geschichten vorhanden war, ist heute nicht mehr relevant und für uns nur eine Geschichte. Ob diese Geschichte vor 2000 Jahren sich tatsächlich so zugetragen hat, wie wir es heute wissen und gelernt haben, kann niemand wirklich wissen. Da niemand von uns aus dieser Zeit kommt und als Zeitzeuge berichten kann. Aber vor dem Hintergrund, dass wir dieses Wissen jetzt mal auf unser heutiges Leben umlegen lässt sich folgendes ableiten:

Unser derzeitiger Wohlstand, unsere Errungenschaften, unsere derzeitigen Entwicklungen lassen eigentlich nur die Schlussfolgerung zu, dass man unsere derzeitige Gesellschaft auch als Hochkultur bezeichnen kann. Eine Hochkultur, die langsam aber sicher, einen Schritt vom Peak der Zeit hinunter machen muss. Einen Schritt zurückgehen muss und sich wieder bewusst werden muss, was es bedeutet zu Leben. Die Entwicklungen der letzten 20 Jahre haben zu einem noch nie dagewesenen Überfluss geführt, zu einem noch nie dagewesenen Wohlstand für alle, einer Komfortzone. Ob man es glauben möchte oder nicht, jede Gipfelbesteigung muss auch mal wieder zu Ende gehen und man muss sich wieder auf den Weg ins Tal machen und nach Hause.

Ich vermute, dass wir an diesem Punkt angekommen sind.


Die Fragestellung – wie bereitet man sich in der heutigen Zeit auf die Zeit danach vor? Und wie lange dauert sie an? Ich gehe jetzt nicht davon aus, dass alles untergehen wird – das wäre mir dann doch zu pessimistisch – man wird danach, wenn man ein kluger Kopf ist, wie Phönix aus der Asche emporsteigen und sich wieder zu neuen Höhen aufschwingen können.

Bis es jedoch soweit ist, kann man allerdings nur hoffen, dass alle von uns Ihre Aufgaben als Unternehmer gemacht haben und aus den oben beschriebenen Zusammenhängen, mögliche Handlungsweisen ableiten können, die vielleicht zu Impulsen in eine andere Richtung führen.

Die Spirale kann nur dann aufgehalten werden, wenn sich einige gegen den Strom stellen und kreative Ideen entwickeln um dem demnächst einprasselnden Strom an Einflüssen etwas Positives entgegenzuhalten – je mehr Einzelne es gibt, desto schneller gibt es einen Stopp der Spirale.

Das ist ein Naturgesetz. Man denke an einzelne Bäume, die einem Wirbelsturm trotzen und stehenbleiben, um danach schöner und kräftiger zu wachsen und auszutreiben. Dies sollte man bei allen Entwicklungen auch nie vergessen. Der kleinste Funke, kann einen Flächenbrand entfachen; der kleinste Tropfen kann zu einer Überschwemmung werden. Und der kleinste Unternehmer in der vorletzten Reihe ganz am Rand, kann etwas in Gang setzen – von dem die ganze Welt profitieren kann (auch diese Liste ist ewig lang, wie wir sicher alle wissen – z.B. Steve Jobs uvm).


Sie merken – ich bin heute sehr philosophisch und versuche die Situation aus vielen verschiedenen Gesichtspunkten zu beleuchten.

Es ist nicht immer alles steuerlich begründbar oder betriebswirtschaftlich und vor allem finde ich diese Betrachtung immer zu kurzsichtig gedacht. Manchmal reicht ein nüchterner Blick in unsere Vergangenheit oder in das Leben, das uns in solcher Fülle umgibt, um die nächsten Schritte für sich richtig setzen zu können.

Ich hoffe, ich konnte mit meinen heutigen Gedanken ein paar Impulse setzen, die Ihnen helfen, die nächsten Entwicklungen gelassen, mit Würde, Ideenreichtum, Lebensfreude und Mut, zu meistern.